Tattoos beeinflussen die Leistungsfähigkeit

Leichtathleten, Schwimmer, Fußballer - wer sich Sportübertragungen im Fernsehen anschaut kann bei den Athleten nicht nur die Leistung bewundern, sondern auch die vielen mehr oder weniger gelungenen Tattoos auf der Haut. Wer als sportliche aktiver Mensch darüber nachdenkt, sich ebenfalls eines stechen lassen, sollte noch einmal innehalten: Tattoos, so eine aktuelle Studie können negativen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit haben.

Tattoos beeinflussen die Leistungsfähigkeit (Foto: adpic)

Schon jeder zehnte Westeuropäer trägt ein Tattoo, bei Sportlern ist der Anteil sogar noch etwas größer. Doch wer sich unwiderruflich Tinte und Farbpigmente unter die Haut stechen lassen möchte, sollte nicht nur die gesundheitlichen Risiken - Hepatitis, Infektionen, allergische Reaktionen - bedenken, auch die sportliche Leistung kann die Körperkunst beeinträchtigen. Das hat eine Studie am  American College of Sports Medicine in Indianapolis gezeigt. Die Wissenschaftler haben zehn professionelle Basketballer, alle nur auf einer Körperseite tätowiert, genau unter die Lupe genommen. Sie haben die so genannte Schweißflussrate und die Zusammensetzung des Schweißes auf der tätowierten und auf der untätowierten Seite untersucht. Mit erstaunlichen Ergebnissen:
  • Auf der tätowierten Seite war die Schweißflussrate um 53 Prozent niedriger.
  • Gleichzeitig war die Schweiß-Natrium-Konzentration um 64 Prozent erhöht.
  • Die Ergebnisse waren unabhängig davon, wie alt das Tattoo war.
Welche Bedeutung hat das Ganze nun für die sportliche Leistungsfähigkeit? Schweißdrüsen, von denen jeder Mensch bis zu vier Millionen hat, spielen eine wichtige Rolle bei der Thermoregulation. Bei jedem ausreichend intensiven Training steigt die Körpertemperatur an. Das ist fast so wie bei einem ganz leichten Fieber, nur ungefährlich. Der Körper produziert Schweiß, um die Temperatur einigermaßen niedrig zu halten. Dabei geht dem Körper Energie verloren. Ein Beispiel: Ein Liter Schweiß entzieht dem Körper 580 Kilokalorien. Anstatt der sonst üblichen 70 Prozent gehen dann bis zu 90 Prozent der verfügbaren Energie für de Thermoregaulation drauf. Bei einer niedrigeren Schweißflussrate steigt die Körpertemperatur also höher an als üblich. Das kostet Energie und senkt die Leistungsfähigkeit. Auch die erhöhte Schweiß-Natrium-Konzentration kann ein Hinweis darauf sein, dass der Körper härter arbeiten muss, als ohne Tattoo.

Fazit der Wissenschaftler: Kleinere Tattoos haben vermutlich nur einen geringen Einfluss auf die körperliche Leistungsfähigkeit. Aber bei großflächigen Arbeiten müssen Sportler wohl mit Einbußen rechnen. Weitere Studien sollen jetzt folgen, um noch konkretere Aussagen treffen zu können.   


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